Ergänzende Altersvorsorge: sechs Fragen
Was man wissen sollte, bevor man einer Vorsorgeeinrichtung beitritt, und wo die Informationen für den Vergleich zu finden sind.
1. Wie hoch wird meine gesetzliche Rente sein?
Das ist die Ausgangsfrage, denn ergänzende Vorsorge soll die gesetzliche Rente aufstocken, nicht ersetzen. In vielen Ländern stellt der Rentenversicherungsträger eine Vorausberechnung bereit. Sie ist eine Schätzung, zeigt aber die Größenordnung der Lücke zwischen letztem Einkommen und erster Rente.
2. Welche Formen stehen mir offen?
Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Land, aber meist gibt es betriebliche Vorsorge über den Arbeitgeber und private Vorsorge, die jeder selbst abschließen kann. Bei der betrieblichen Vorsorge gibt es oft einen Arbeitgeberbeitrag, den man sonst nicht erhält: Das ist als Erstes zu klären.
3. Was kostet es?
Kosten wiegen bei einer Anlage über Jahrzehnte schwer. Die Einrichtungen müssen ihre Kosten offenlegen, und in mehreren Ländern veröffentlichen Aufsichtsbehörden oder öffentliche Stellen Vergleichsinstrumente. Die Unterschiede können groß sein.
4. Welche Anlageoption?
Jede Einrichtung bietet mehrere Optionen mit unterschiedlichem Risiko. Die Wahl hängt vor allem von den Jahren bis zum Ruhestand ab: Bei langem Horizont haben Schwankungen mehr Zeit, sich auszugleichen; näher am Ruhestand zählt Stabilität mehr. Viele Einrichtungen bieten Modelle, die das Risiko mit dem Alter automatisch senken.
5. Welche Steuervorteile, welche Bindungen?
Die meisten Länder fördern Beiträge steuerlich bis zu einer jährlichen Grenze. Die Regeln unterscheiden sich und ändern sich: Maßgeblich sind aktuelle offizielle Quellen. Im Gegenzug ist das Geld für den Ruhestand bestimmt und vorher nur in den gesetzlich vorgesehenen Fällen verfügbar.
6. Wo finde ich die Unterlagen?
Jede Einrichtung muss ein Dokument mit Merkmalen, Kosten und bisherigen Ergebnissen jeder Option bereitstellen und den Mitgliedern jährlich eine Mitteilung mit dem angesparten Betrag und einer Schätzung der künftigen Leistung senden. Diese beiden Unterlagen zu lesen ist der solideste Weg, sich ein Bild zu machen.
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